Stamitz: Sechs Darmstädter Sinfonien
18,50 € – 209,00 €
Beschreibung
Herausgegeben von Timo Handschuh
„Das Einspielen* dieser hier vorliegenden sechs Streicher-Sinfonien von Johann Stamitz war mir eine ganz besondere Freude: wie unverbraucht, frisch und lebendig klingen ihre Ecksätze, von welch zarter Innigkeit und emotionaler Tiefe sprechen die langsamen Mittelsätze. Dabei bleiben den Ausführenden alle Möglichkeiten der historischen Klangrede offen, von verschiedenster Artikulation über Echo-Wirkungen und der generellen Frage nach dem Einsatz eines Cembalos.
Für die praktische Herangehensweise habe ich mir erlaubt, sämtliche im Belle Musique Verlag zugängliche Sinfonien im Sinne der wissenschaftlich-aktuellen Aufführungspraxis einzurichten: so wurden offensichtliche Ton- und Vorzeichenfehler eliminiert, Stimmführungen korrigiert und angepasst, Artikulation und Dynamik hinzugefügt. So wie die Sätze jetzt auf dem Papier erscheinen, sind sie meiner Meinung nach vom Komponisten erdacht, dessen Musiker über alle künstlerischen Möglichkeiten ihrer Zeit verfügt haben, ohne Eintragungen in ihren Stimmen oder Partituren hinterlassen zu haben.
Wir wissen von dieser Tradition und müssen sie für uns wieder neu entdecken. Daher sind eingetragene Verzierungen, artikulatorische Ornamentik und dynamische Hervorhebungen auch als Vorschlag zu verstehen, um ein lebendiges Musizieren zu ermöglichen, letztlich um zur Freiheit zu gelangen, diese Werke so frisch und fast aus-dem-Moment schöpfend zu interpretieren, wie sie dem Geiste Stamitz’ entsprungen sind.“
TIMO HANDSCHUH
* Johann Stamitz SECHS SINFONIEN
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Leitung: Timo Handschuh
CPO Classic Production Osnabrück
Presse
Klassik.com zur CD Sept 2026:
Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Timo Handschuh begegnet diesen Partituren mit großer stilistischer Sicherheit. Die schlanke Klangkultur des Ensembles lässt die filigrane Struktur der Musik deutlich hervortreten, ohne ihr jene Lebendigkeit zu nehmen, die für Stamitz’ Kompositionen so charakteristisch ist. Besonders gelungen sind die schnellen Ecksätze: Sie besitzen Energie und Präzision, wirken aber nie überhastet. Die Musikerinnen und Musiker formen die oft kurzen musikalischen Gedanken mit großer Aufmerksamkeit und verleihen den Übergängen jene Spannung, die aus scheinbar einfachen Motiven lebendige Prozesse entstehen lässt.
In den Sinfonien mit Hörnerbesetzung erweitert sich das Klangbild um festliche Farben. Dabei bleiben die Naturhörner wirkungsvoll eingebunden und dienen nicht bloß als dekoratives Element, sondern verstärken den orchestralen Charakter der Werke. Die langsamen Sätze wiederum zeigen eine andere Seite Stamitz’: Hier entfaltet sich eine empfindsame, kammermusikalische Klangsprache, in der melodische Linien mit feiner Balance ineinandergreifen.
Die Aufnahme macht deutlich, dass die Bedeutung Stamitz’ nicht allein in der später berühmten Mannheimer „Schule“ liegt. Seine Musik dokumentiert einen entscheidenden Moment des Übergangs – zwischen barocker Beweglichkeit und klassischer Diskursivität. Timo Handschuh und das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim präsentieren diese frühen Sinfonien als elegante, geistvolle und überraschend frische Beiträge zu einer in sich vollgültigen bzw. eigenwertigen Vorgeschichte der klassischen Orchestermusik. Eine lohnende Entdeckung für alle, die den Ursprung der „großen“ symphonischen Form nicht nur bei Haydn, sondern bereits in den Jahrzehnten davor suchen.





